|
149 B-17 G - Bomber der
1. Bomb Division, sogenannte "Fliegende Festungen", bombardierten die
Focke-Wulf Werke in
Posen und den naheliegenden Flugplatz Kreising, 52
weitere flogen nach Sorau, 48 nach Cottbus und 19 nach Schneidemühl.
Der
Angriff Posens dauerte 25 Minuten, es wurden 430 Sprengbomben und 550
Brandbomben abgeworfen. Zur Warnung der Bevölkerung wurden auch Flugblätter in
polnischer Sprache abgeworfen: Wir fordern die Bevölkerung auf, sich während der
Anflüge zu schützen! Schützt eure Leben! Schützt eure Familien! Beachtet bei
Fliegeralarm alle notwendigen Vorsichtsmaßnahmen!
IHR WERDET FÜR DEN
WIEDERAUFBAU DES FREIEN POLENS BENÖTIGT!
Nach Abwurf der
Bombenlast flogen die Bomberpulks nicht unmittelbar zurück nach Westen, sondern
nahmen nördlichen Kurs ein. Der Rückflug nach England sollte über die sichere
Ostsee geschehen. Die Bomber wurden durch P-51 "Mustang" Begleitjäger eskortiert,
jedoch fielen einige Flugzeuge der Flugabwehr und deutschen Jagdflugzeugen über
dem Deutschen Reich zum Opfer. Die größten Verluste erlitt die 1. Bomb Division,
nämlich 8 Bomber, 3 davon gehörten der 305. Bomb Group an, welche die Focke-Wulf
Werke in Cottbus angriffen. Während des Rückfluges wurde die Einheit von
deutschen Focke-Wulf 190
Jägern
angegriffen, es kam zu einem großen Luftkampf. Dabei wurden zwei "Fliegende
Festungen" abgeschossen, eine stürzte bei Janau ab, ein Besatzungsmitglied kam
dabei ums Leben, der Rest wurde festgenommen. Der zweite Bomber kam unweit
Prittisch herunter, die Besatzung wurde ebenfalls gefasst. Diese zwei Abschüsse
musste die deutsche Luftwaffe teuer bezahlen - acht deutsche Jagdflugzeuge
wurden abgeschossen, nur drei Piloten überlebten. Eines dieser Flugzeuge musste
hinter der Kaserne notlanden, die restlichen stürzten in der näheren Umgebung
von Meseritz ab.
Diese Ereignisse
schildert der ehemalige Zwangsarbeiter aus Poppe, Stanis³aw Socha: "... Das
war am 29. Mai 1944 mittags. Hoch am Himmel sah ich eine große Gruppe
amerikanischer Bomber, die flogen so hoch, dass man nur kleine Pünktchen am
blauen Himmel sah. Diese Bomberflugzeuge wurden von kleinen Jägern begleitet.
Diese ganze Gruppe wurde dann von deutschen Flugzeugen angegriffen, es kam zu
heftigen, umfangreichen Luftkämpfen. Plötzlich sah ich aus Richtung des Tiefen
Sees kommend ein tief fliegendes deutsches Flugzeug, verfolgt von einem
amerikanischen. Aus der verfolgten Maschine kamen dann auf einmal Feuer und
dunkler Rauch, danach blieb das Flugzeug in den Baumspitzen von drei Kiefern
hängen und zerschellte gegen den Boden, sodass es noch einmal vom Boden
abprallte. Es war in Teile zerfetzt, der Motor lag etwas entfernt vom Absturzort,
der Pilot lag etwa 30 Meter vom Wrack entfernt. ... Kurz darauf wollte jeder
dorthin, um zu sehen, was geschah.
Jedoch,
als die deutschen Behörden bemerkten, dass es eines ihrer Flugzeuge ist, wurden
die meisten Leute zurückgerufen. Ich wurde zusammen mit meinem zukünftigen
Schwiegervater vom Ortsbürgermeister hingeschickt. Mit einem kleinen Wagen
fuhren wir dort hin, um den Leichnam des Piloten zu bergen. Wir sahen den Toten
auf dem Feld liegen. Das war ein junger Bursche. Wir nahmen ihn auf den Wagen
und fuhren ihn zur Leichenhalle in Poppe. Später kam dann seine Familie und nahm
den Sarg mit. Nach dieser Katastrophe schickten man die örtlichen Zwangsarbeiter
zu der Absturzstelle, damit sie die Munition aufsammelten. Ich musste auch diese
Munition sammeln gehen, das waren Teile der zerrissenen Munitionsgurte mit 3 - 5
Patronen, die im Kartoffelfeld lagen. ..."
Umfangreicher
und genauer wird man (hoffentlich) im geplanten Buch über den Luftkampf
über Meseritz lesen können, an dem wir derzeit arbeiten.
Dazu suchen wir weiterhin Materialien und Informationen, sowie noch
lebende Zeitzeugen. Wer hilfreiche Informationen zu den Ereignissen an
Pfingsten 1944 besitzt, kann sich bitte unter der Email
pilot05@op.pl
. melden. |